Die Ehrenbürger von Markt Hartmannsdorf

Ehrenbürger*in ist die höchste von der Gemeinde Markt Hartmannsdorf vergebene Auszeichnung für eine Persönlichkeit, die sich in herausragender Weise um das Wohl der Bürger oder Ansehen des Ortes verdient gemacht hat und wird im Gemeinderat beschlossen.

Die Auflistung erfolgt getrennt nach verstorbenen sowie aktiven Ehrenbürger*innen in alphabetischer Reihenfolge.

Verstorbene Ehrenbürger

OMR. Dr. Hans Feyertag (12. Dezember 1896 - 23. November 1986)

8311 Markt Hartmannsdorf, Hauptstrasse 162

Unser langjähriger Arzt Dr. Hans Feyertag wurde am 12. Dezember 1896 geboren und stammte aus Kirchbach.
1926 begann er in unserem Ort als Arzt zu wirken. Im Jahre 1932 erbaute er sich sein Haus am östlichen Ortsrand.

Fast 6 Jahrzehnte diente OMR. Dr. Hans Feyertag Markt Hartmannsdorf und der ganzen Region als praktischer Arzt und genoss durch seine enge Verbundenheit mit der Bevölkerung große Wertschätzung.
Einfachheit, Geradlinigkeit und stete Bereitschaft zu helfen waren die besonderen Merkmale dieses Mannes.
Gerieten Familien in Notlage, da es damals noch keine Krankenversicherung gab, verzichtete er in extremen Fällen sogar auf sein Honorar.
Als einziger Arzt der mittleren Oststeiermark blieb er 1945 trotz größter Gefahren während der russischen Besatzung aktiv und stand praktisch pausenlos im Einsatz.

Er hatte auch immer größtes Interesse und eine offene Hand für Vereine und Körperschaften des Ortes.
Im Besonderen seien sein Einsatz für den Blumenschmuck im Ort und die finanzielle Unterstützung beim Bau des ersten Schwimmbades erwähnt.

Für seine Verdienste als Arzt und seinen steten Einsatz für die kulturellen Belange sowie die Ortsbildpflege des Ortes und die finanzielle Unterstützung beim 1. Schwimmbadbau wurde er 1962 vom Gemeinderat zum "1. Ehrenbürger der Nachkriegszeit" ernannt.

Franz Krispel (21. Juli 1907 - 25. September 1993)

8311 Markt Hartmannsdorf, Großeckstrasse 244

Herr Franz Krispel war vor allem ein ausserordentlich tüchtiger, geradezu pionierhafter Landwirt.

Als Jahrgang 1907 stand er besonders lange im Kriegsdienst. Erst 1948 konnte er aus russischer Kriegsgefangenschaft zu seiner Familie heimkehren. Sofort begann er mit dem Wiederaufbau seines landwirtschaftlichen Betriebes, wobei er insbesonders in der Rinder- und Schweinezucht sehr erfolgreich war.

Er nahm sich aber auch um die öffentlichen Belange des Ortes an, wurde Gemeinderat, in der Folge Bauernbundobmann, Obmann der örtlichen Raiffeisenkasse und auch Kammerrat der Bezirksbauernkammer. Viele örtliche, bäuerliche Interessentschaften gehen auf seine Initiative zurück.

1955 wurde Herr Franz Krispel zum Bürgermeister gewählt und hatte diese ehrenvolle Aufgabe bis 1960 inne. Die späten Nachkriegsjahre waren noch immer sehr hart und nur durch seinen Mut und seine Kraft gelang es ihm die Gemeinde aufzubauen. In dieser 5jährigen Amtszeit als Bürgermeister begann er sofort mit dem umfassenden Ausbau der Güterwege, erreichte die Durchführung der Grundzusammenlegung und brachte auch neuen Schwung in die Gemeindeverwaltung. Die Verleihung des Gemeindewappens, der Bau des Lehrerwohnhauses, Sanierung der Schulen waren weitere wichtige Maßnahmen in seiner Amtszeit.

Herr Krispel Franz wurde anlässlich seiner langjährigen Tätigkeit als Gemeindefunktionär und Bürgermeister am 17. Juli 1966 zum Ehrenbürger ernannt.

OSR. Erwin Schrotter (8. September 1916 - 1. April 1999)

8047 Graz, Berliner Ring 75/8/34

Herr OSR Erwin Schrotter - der seit dem Jahre 1938 bis zum Übertritt in den Ruhestand im Jahre 1976 dem Lehrkörper von Markt Hartmannsdorf angehörte - war ein Mitgestalter unseres Ortes weit über die Schulklasse hinaus. Es war ihm ein Anliegen, nicht nur den Kindern eine gute Ausbildung zu bieten sondern auch die Jugend und die bäuerliche Landbevölkerung kamen in den Genuss seines enormen und fundierten Wissens.

Es gab kaum Feiern oder Feste, Kurse oder Theateraufführungen im Dorf, welche nicht von Erwin Schrotter mitgestaltet wurden.
Herausragend des Organisationstalentes Erwin Schrotter war die Durchführung des Historischen Festzuges anlässlich der Markterhebung im Jahre 1964. Aber auch die vielen Blochzüge der Freiwillligen Feuerwehr, deren Mitglied er über viele Jahre war, haben bleibende Eindrücke hinterlassen.

Die Verbesserung des Ortsbildes waren ihm genauso wichtig, wie zB. die Gründung einer Ortsgruppe der Steirischen Landjugend.
Darüber hinaus fand er noch Zeit und Motivation in den verschiedenen Gremien des Bezirkes seine Vorschläge und Ideen einzubringen.

Sein Betätigungsfeld umfasste:
Leiter der Volksschule von 1945-1962
Direktor der Hauptschule von 1962-1976
Leiter der bäuerlichen Fortbildungsschule von 1946-1972
12 Jahre Bezirksobmann des ÖVP-Lehrerbundes
21 Jahre Vorsitzender der Lehrergewerkschaft im Bezirk Weiz
16 Jahre Mitglied des Bezirksschulrates Weiz

Er war begnadeter Künstler unzähliger Bilder und Sgraffitos. Seine kulturellen Leistungen waren über so viele Jahre und Jahrzehnte greif- und spürbar, dass ihm der Gemeinderat von Markt Hartmannsdorf im Dezember 1976 die höchste Auszeichnung der Gemeinde, die Ehrenbürgerschaft verlieh.

Ludwig Wiedrich (8. Februar 1913 - 18. Mai 2002)

8311 Markt Hartmannsdorf, Schwibbogenweg 243

Herr Wiedrich wurde am 8. Februar 1913 in Burgau geboren.
Er gründete nach dem Krieg ein Frächterunternehmen. Sehr erfolgreich war er mit der Gewinnung von Schotter in seinem Steinbruch. Mit ungeheurem Fleiß und großem persönlich Einsatz gelang es ihm einen florierenden Betrieb aufzubauen.

Ludwig Wiedrich war aber nicht nur ein erfolgreicher Unternehmer. Auch im öffentlichen Leben der Gemeinde Markt Hartmannsdorf war er eine dominante Persönlichkeit. Als Obmann des örtlichen Wirtschaftsbundes war er immer betrebt Impulse zu setzen. Besonders in den 60iger und 70iger Jahren unterstützte er in seiner wortgewaltigen Art viele Vorhaben der aufstrebenden Gemeinde. Er war mit großem Einsatz am Bau des ersten Schwimmbades beteiligt.
Herr Wiedrich war er eine tragende Kraft bei der Erhebung des Ortes zur Marktgemeinde (1964) und war in führenden Positionen bei der Jägerschaft und dem örtlichen Kameradschaftsbund tätig.

Für seine Verdienste als Gemeinderat wurde ihm 1976 die "Dank-und Anerkennungsurkunde" verliehen und 1978 wurde er zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt.

 

Franz Wegart (25. Juli 1918 - 30. Jänner 2009)

Franz Wegart war ein österreichischer Politiker (ÖVP).

Franz Wegart wuchs im steirischen Altneudörfl bei Bad Radkersburg auf. Von 1924 bis 1932 besuchte er die Schule in Radkersburg und war danach als Landarbeiter im landwirtschaftlichen Betrieb der Großeltern tätig.

Er engagierte sich in Radkersburg bei der ÖVP, deren Bezirksparteisekretär er von September 1945 bis Juni 1946 war. Anschließend wurde Wegart Landesparteisekretär (1947–1961), Abgeordneter zum Steiermärkischen Landtag (ab 1949), Geschäftsführer des Österreichischen Verlags (1955–1981), ab 1961 Mitglied der Landesregierung und ab Dezember 1971 Landeshauptmann-Stellvertreter. Ab Jänner 1985 bis Oktober 1993 war Wegart Präsident des Steiermärkischen Landtags.

Franz Wegart war weiters von Mai 1964 bis Mai 1987 Landesobmann des ÖAAB und seit 29. September 1988 Landesobmann des Steirischen Seniorenbundes. Von November 1988 bis Oktober 1992 war er auch Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes. Dazu hatte der Politiker noch zahlreiche Funktionen in anderen Gremien inne.

Wegart gründete 1969 das Dr.-Karl-Kummer-Institut für Sozialreform, Sozial- und Wirtschaftspolitik in der Steiermark; bis 1979 war er dessen Obmann und zwischen 1979 und 2007 Präsident dieser Einrichtung. Nach Beendigung dieser Funktion wurde Wegart zum Ehrenpräsidenten des Institutes gewählt.

Franz Wegart war ein begnadeter Spitzenpolitiker, der durch 5 Jahrzehnte seines Lebens als Abgeordneter - Landesrat - Landeshauptmannstellvertreter und Landtagspräsident gewirkt und sich große Verdienste erworben hat. Bis ins hohe Alter fungierte er auch noch als Landesobmann des Seniorenbundes.

Auch unser Ort, unsere Marktgemeinde hat ihm viel zu verdanken. Der 1961 errungene Titel "Schönstes Dorf der Steiermark" im Rahmen des von ihm ins Leben gerufenen Blumenschmuckwettbewerbes machte auf ihn großen Eindruck.

Und so unterstützte er uns bestens
- beim Bau des 1. Schwimmbades
- bei der Schaffung von Fremdenzimmern
- bei der Förderung vieler Aktivitäten des Fremdenverkehrsvereines
- beim Bau der Tennis- und Sportplätze
- etlichen Gemeindebewohnern verhalf er auch zu Stellen im Landesdienst

Für diesen Einsatz hat ihm der Gemeinderat im Jahre 1984 die Ehrenbürgerschaft unseres Ortes verliehen.

 

Geistl. Rat, Pfarrer Albert Reicht (9. November 1931 - 28. März 2009)

8311 Markt Hartmannsdorf, Melbenweg 2

Geistlicher Rat Albert Reicht wurde am 9. November 1931 in Trössengraben, Pfarre St. Stefan im Rosental geboren. Nach dem Besuch der Volksschule kam er auf das Priesterseminar nach Graz.
Am 8. Juli 1956 wurde Albert Reicht zum Priester geweiht. Danach wirkte er 3 Jahre in Oberwölz, 3 Jahre in Pischelsdorf und 5 Jahre in Fürstenfeld als Kaplan.
Im September 1968 kam er als Pfarrer nach Markt Hartmannsdorf.

Der damals junge Pfarrer ging sehr rasch an die Erneuerung der kirchlichen Infrastruktur heran. So wurde ein neuer Pfarrhof gebaut, die Kirche wurde im Inneren wie auch außen renoviert. Sogar der "Schiefe Kirchturm" - ein geheimes Wahrzeichen unserer Pfarrkirche - wurde in Angriff genommen und stabilisiert. Gemeinsam mit der Gemeinde wurden Vorplatz und Außenanlagen der Kirche erneuert. Der aktive Bauherr legte auch selbst immer wieder Hand an und war mit Arbeitskleidung und Werkzeug um die Kirche zu finden. Ferner wurden die Aufbahrungshalle geschaffen, der Friedhof erweitert und eine geräumige Bücherei ins Leben gerufen.

Seine seelsorgerischen Tätigkeiten kamen dabei auch nicht zu kurz. Anfangs erteilte er noch Religionsunterricht in der Schule; er kümmerte sich um MinstrantenInnen, Jungschar und katholische Jugend. Die älteren und kranken Mitbürger wurden regelmäßig besucht bzw. eigene Krankensonntage eingeführt.

Großen Wert legte Pfarrer Albert Reicht auf die Gestaltung der Hl. Messen und kirchlichen Feste. Die von ihm durchgeführten Taufen, Hochzeiten und Begräbnisse gaben stets ein großes Zeugnis seines christlichen Glaubens.

Ein großes Herz zeigte Pfarrer Reicht auch für die örtlichen Körperschaften, Organisationen und Vereine. Wo immer es ihm möglich war, unterstützte er deren Vorhaben. Unzählige Gottesdienste bei Festveran-staltungen bezeugten diese Einstellung.

Für seine Verdienste um die Menschen dieser Pfarre und der Gemeinde wurde er mit den höchsten Ehren ausgezeichnet. So konnte er aus Anlass seines 25jährigen Priesterjubiläums den Ehrenring im Jahre 1981 und im Jahre 1993 - 25 Jahre Priester in Markt Hartmannsdorf - die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Markt Hartmannsdorf entgegen nehmen.

 

Dr. Friedrich Niederl (15. Juli 1920 - 19. Dezember 2012)

Dr. Friedrich Niederl wurde in Treglwang als unehelicher Sohn einer Landarbeiterin geboren. Bereits in frühester Kindheit siedelte seine Mutter mit ihm in das Gemeindegebiet von Lassing über, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. Nach einer Landarbeitertätigkeit in seinem Heimatbezirk Liezen zog er 1936 nach Graz und besuchte die Abendschule der Grazer Handelsakademie. 1940 wurde er in den Kriegsdienst eingezogen, geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft und wurde 1945 aus dieser entlassen. 1948 bis 1951 absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Grazer Karl-Franzens-Universität

Nach regionaler politischer wie beruflicher Tätigkeit in Liezen wurde Niederl 1960 Bezirkshauptmann von Feldbach. 1965 wurde er dann unter der Regierung Josef Krainer senior zum Landesrat (Agrar- und Wohnbauressort) bestellt.

Am 10. Dezember 1971 wurde Niederl vom Steiermärkischen Landtag zum vierten steirischen Landeshauptmann der Zweiten Republik gewählt. Als Spitzenkandidat der Steirischen Volkspartei trat er in Folge bei zwei Landtagswahlen (1974 und 1978) an; beide Male konnte die Volkspartei die absolute Mehrheit erringen. 1980 trat Niederl als Landeshauptmann zurück und wurde Obmann der Raiffeisen Zentralkasse Steiermark. Als Landeshauptmann folgte ihm Josef Krainer junior – der Sohn seines Vorgängers.

Wegen besonderer Verdienste für die Gemeinde Markt Hartmannsdorf wurde ihm vom Gemeinderat von Markt Hartmannsdorf in seiner Sitzung am 4. April 1979 die Ehrenbürgerschaft verliehen.

 

Rupert Wieser-Holper (29. Oktober 1928 - 24. Februar 2014)

8311 Markt Hartmannsdorf, Hauptstrasse 116

Herr Wieser-Holper Rupert wurde am 29. Oktober 1928 in Sachendorf bei Knittelfeld geboren. Er kam schon im Kindesalter nach Markt Hartmannsdorf, wo er auch gemeinsam mit seiner Schwester die Volksschule besuchte.
Nach Kriegsende wurde er von einer kinderlosen Landwirtin aus Markt Hartmannsdorf adoptiert, wo er in weiterer Folge deren landwirtschaftlichen Betrieb führte.

Durch seine Verbundenheit mit der bäuerlichen Bevölkerung, seiner steten Hilfsbereitschaft und seinem Organisationstalent war es nicht verwunderlich, daß ihm bald eine Reihe öffentlicher Aufgaben übertragen wurden. So fungierte er als Obmann der Grundzusammenlegungsgemeinschaft, wurde 1966 Obmann des örtlichen Bauernbundes und Ortsbauernratsobmann.
Er zog 1965 in den Gemeinderat von Markt Hartmannsdorf ein, dem er bis 1987 angehörte. Im Zeitraum von 1980 bis 1985 gehörte er als Gemeindekassier auch dem Gemeindevorstand an.
Die bäuerlichen Anliegen konnte er durch die Wahl als Kammerrat in die Bauernkammer Weiz im besonderen Maße vertreten.
Er gehörte auch lange Jahre der Grundverkehrskommission an und war zudem als gerichtlich beeideter Sachverständiger in Landwirtschaftsfragen tätig.
Sein Herz schlug aber im besonderen Maße für die Freiwillige Feuerwehr Markt Hartmannsdorf. Bereits im Jahre 1960 zum Feuerwehrhauptmann gewählt und übte diese Tätigkeit mit großer Umsicht und viel Erfolg durch 28 Jahre aus. Ab 1987 bekleidete er zudem noch die Funktion als Abschnittsbrandinspektor.

Wo immer in Markt Hartmannsdorf gemeinschaftliche Leistungen erbracht wurden, bot Rupert Wieser-Holper seine Erfahrung und Hilfe an. So entstand unter seiner Leitung auch die große gemeinschaftliche Rittscheintalhalle, die heute ein wichtiges Kommunikationszentrum für den Markt darstellt.

Ob der Fülle dieser Tätigkeiten und Verdienste hat ihm der Gemeinderat von Markt Hartmannsdorf anlässlich seines vollendeten 60-jährigen Lebensjahres im Oktober 1988 die höchste örtliche Auszeichnung, die Ehrenbürgerschaft verliehen.

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